9. Treffen 23.11.2022 – Schweinesteaks mit Bohnen und Kartoffeln

9. Treffen 23.11.2022 – Schweinesteaks mit Bohnen und Kartoffeln

24. November 2022 Aus Von kstrathus

Ein Gaumenschmaus par excellence krönte die vorläufig letzte Runde unseres Kochbuchprojektes, das im Laufe der Zeit mehr und mehr zu einem KochSTUDIO-Projekt geworden ist! Unter der sachkundigen Anleitung von Werner Beyer brieten wir uns diesmal Schweinesteaks, Kartoffeln und grüne Bohnen mit Speck. Die Pfannen glühten, denn tatsächlich wurde jedes Menübestandteil gebraten: die Kartoffeln hatte Herr Beyer bereits am Vorabend abgekocht und gepellt („Pellmäner geben die besten Bratkartoffeln“) und die Tiefkühlbohnen mit Speck waren ebenfalls zum Anbraten in der Pfanne gedacht und nicht zum Abkochen in heißem Wasser.

Werner Beyer übernahm diesmal ganz selbstverständlich und mit der Souveränität des erfahrenen Kochs die Führung. Da er schlecht geschlafen hatte und ihm das lange Stehen am Herd nicht leicht fiel, waren seine Kommandos kurz und knapp: „ZWEI am Herd! MEHR NICHT!!“ wurden die Assistenten – Frau Hermann und ich – zurechtgewiesen. Und wenn wir Nicht-Profis uns überflüssigerweise länger als nötig über die Handgriffe und Abläufe austauschten, erhielten wir die barsche Ansage „Jetzt gebt Ruhe und hört auf zu sabbeln, ich will jetzt endlich kochen!“.

Jeder weiß, dass Spitzenköche ihr Reich wie absolute Diktatoren regieren und für unprofessionelle Mätzchen der Handlanger wenig Verständnis und keinerlei Geduld aufbringen, daher steckten wir die Rüffel unseres Chefkochs leichten Herzens weg und bemühten uns um Besserung.

Der Kochinator:

Knallharte Ansagen für Rumsteher, Schwätzer und Ahnungslose – wer Profis wie Werner Beyer beim Kochen in die Quere kommt, muss sich auf eine verbale Watschn gefasst machen!

Die Bratkartoffeln und die Bohnen wurden in richtig heißem Pflanzenöl erhitzt und – Chefkoch-Kniff – noch beim Braten mit Butter abgeschmeckt („Butter ist der beste Geschmacksträger!“). Nachdem beides schön knusprig aussah, schoben wir es in den vorgewärmten Ofen und machten uns an die Schweinesteaks. „Fleisch nie vorher würzen!“, hatte Herr Beyer bereits im Vorfeld unsere Versuche abgeblockt, eine Marinade für die Steaks anzurühren.

Um kurz vor Zwölf hatten wir wieder alles servierfertig und konnten unseren Rotwein entkorken, einen edlen Tropfen aus dem zentralportugiesischen Redondo, der „schon im Duft mit Aromen von reifen Beeren und Pflaumen eine ausgeprägte Frucht zeigt, am Gaumen spielen dieselben Noten dunkler Früchte mit kräuteriger Würze, harmonisches Tannin trägt in einen runden Abgang.“

Zeit für einen Schluck SAFA („Stabiler Alkoholpegel Für Alle“) aus Portugal!

Das Menü ließ genauso wenig zu wünschen übrig wie der Wein, und trotz der enormen Mengen an Bratkartoffeln und Bohnen war alles schnell aufgegessen. Die stets an unserer Tätigkeit interessierten Kollegen waren nämlich schon mit Beginn unseres Koch-(besser: Brat-)Zeremoniells, angelockt vom Essensduft, wie die Motten um das Licht immer wieder um unseren Küchenstudio-Herd herumgeschwirrt und freuten sich, eine Portion abzubekommen.

Kollege Erichsen durfte mit am Tisch sitzen, alle anderen konnten froh sein, wenn sie einen Teller Bohnen und Bratkartoffeln abbekamen

Nach beendetem Mahle waren alle pappsatt und reif für einen ausgedehnten Mittagsschlaf, den aber leider nur die beiden Bewohner antreten konnten. Alles in allem ein überaus leckerer und würdiger Abschluss unseres Projektes – so jedenfalls der Plan. Weil’s so schön war, beschlossen wir aber einfach, noch einen weiteren Abschluss folgen zu lassen. Nach einem Kassensturz und der Planung für das aus dem Projekt resultierende Buch, dessen Herstellung und Druck einen großen Teil des Budgets verbrauchen wird, wollen wir auf jeden Fall noch einmal zusammenkommen und ein dann aber definitiv letztes Abschiedsmenü kochen.