5. Treffen 14.10.2022 – Schweinebraten mit Bohnen und Klößen

5. Treffen 14.10.2022 – Schweinebraten mit Bohnen und Klößen

16. Oktober 2022 Aus Von kstrathus

Da wir den eigentlichen Kochstudio-Termin am Mittwoch krankheitsbedingt ausfallen lassen müssen, kochten wir diesmal an einem Freitag. Leider war Frau Richards kurzfristig ins Krankenhaus verlegt worden und Frau Hermann hatte ausgerechnet an diesem Vormittag einen Arzttermin, so daß Werner Beyer und ich als Chefköche unter uns blieben und die Sache natürlich männer-, also profimäßig angingen (Frau Hermann kam allerdings rechtzeitig genug von ihrem Arztbesuch zurück, um das exquisite Resultat unserer kulinarischen Bemühungen zu kosten und gutzuheißen).

Das heisst, Chefkoch im engeren Sinne war natürlich Herr Beyer. Schließlich war es sein Rezeptwunsch und obendrein ein Lieblingsgericht von ihm, dass er in seinem Leben schon oft zubereitet hatte. Das merkte man ihm auch seinem Handling der Zutaten und seinen Anweisungen während der gemeinsamen Arbeit an.

Für diese Runde hatte ich mich nicht lumpen lassen und das Projektgeld großzügig in anständiges Arbeitsmaterial investiert. Zu ärgerlich waren die Erfahrungen beim letzten Mal, als wir in nicht-induktionsherd-geeignetem Kochgerät versucht hatten, Fisch und Kartoffeln zuzubereiten! Dank der verdienstvollen Disounter-Kette TK Maxx konnte ich eine Kasserolle, einen 3-Liter-Kochtopf und einen großen Bräter erstehen – nicht nur für das jetzige Projekt, sondern auch für spätere Kochrunden, die sich hoffentlich aus dem derzeitigen Projekt ergeben werden.

So ausgestattet gab es von der Hardware-Seite schon mal keine Probleme mehr und wir konnten uns ganz auf den Koch- bzw. Bratvorgang konzentrieren. Immerhin ging es ja um Schweinebraten. Herrn Beyer war in jeder Etappe des Vorgangs anzumerken, dass er professioneller Hobbykoch ist oder mindestens war. „Ich bin aber schon zu lange draußen! Früher hab ich fast jeden Tag gekocht!“, erzählte er hinterher.

Schnell waren die 1,5 kg Schweinenacken eingesalzen und -gepfeffert und im Bräter scharf angebraten. Chefkoch Beyer hatte am Tag zuvor im REWE Möhren, Sellerie und Lauch besorgt, die wir anschließend zusammen mit den Zwiebeln und ein paar Zehen Knoblauch und einer Menge Wasser im Bräter zu einem Gemüsefond einkochen ließen. Parallel dazu kochten wir die Bohnen ab, die später als Salat dienen sollten und warfen unsere selbstgerollten Halb-und-Halb-Klöße in den größeren der beiden Töpfe.

Dann war erstmal Leerlauf, denn nun kam es darauf an, den Schweinebraten schön schmurgeln zu lassen, ab und zu mal zu wenden und ansonsten sich auf das leckere Mittagessen zu freuen. Schnell verbreitet sich köstlicher Bratenduft im Wohnbereich und bereitet diesmal den Küchenkritikern des gegenüberliegenden Wohnbereichs 2 keinen Verdruss, sondern veranlasste sogar die geruchsempfindliche Frau Kosmala zu einem Lob: „Das roch diesmal SEHR lecker!“, war anschließend von ihr zu vernehmen. Allerdings waren die Schwaden des leckeren Bratengeruchs zeitweise so dicht, dass der besorgte Hausmeister auftauchte, auf den bedenklich von Rauchschwaden umwaberten Rauchmelder hinwies, und prophylaktisch alle Verantwortung für ein eventuelles unangekündigten Auftauchen der Feuerwehr von sich wies. Die Feuerwehr kam dann aber doch nicht, weil wir die Abluft des Herdes auf „Volle Kraft voraus“ stellten.

Rauchmelder
Bange Minuten im Küchenstudio: wird der hochsensible Rauchmelder unsere Aktivitäten bei der Feuerwehr verpetzen?

Und es roch nicht nur köstlich, sondern schmeckte auch so! Schließlich gelangten vier Personen in den Genuss dieses rustikalen, aber erlesenen Belegs gutbürgerlicher Küche: die beiden Chefköche, Frau Hermann, die von ihrem Arztermin zurückgekehrt war und Kollege Erichsson, dem wir den abschließenden goldenen Mehlschwitzen- bzw. Soßentrick zu verdanken hatten: man nehme etwas Butter und rühre sie in die Mehlschwitze ein, auf dass diese nicht verklumpte. So kommen wir zum krönenden Abschluss noch zu einer erstklassigen Bratensoße.