3. Treffen 21.09.2022 – Italienischer Nudelauflauf

3. Treffen 21.09.2022 – Italienischer Nudelauflauf

21. September 2022 Aus Von kstrathus

Teilnehmer: Linda Richardt, Werner Beyer, Helga Hermann, Christa Steinfartz

Zweite Runde im „Kochstudio Diakoniestift“! Die Anlaufschwierigkeiten von letzter Woche spielten keine Rolle mehr, wir waren fast optimal vorbereitet und ausgerüstet und hatten überdies mit dem Italienischen Nudelauflauf von Frau Hermann ein Menü auf dem Programm, das bei weitem nicht den (vom Aufwand her) Schwierigkeitsgrad der handgeriebenen Kartoffeln für die Reibekuchen hatte. Damit war der Erfolg eigentlich vorprogrammiert.

Zutaten wie bei Mutti!

Die Zutaten einschließlich eines leckeren Rotweines hatten Frau Hermann und ich zwei Tage zuvor beim REWE besorgt und dabei fast doppelt soviel Geld ausgegeben wie in der Vorwoche für die Reibekuchen.

Das lag neben dem Wein am Käse („Holländer am Stück“ laut Rezept von Frau Hermann), der mittlerweile teurer als Wurst und Fleisch zu sein scheint und uns etwa 20 Euro kostete, rund die Hälfte der Gesamtkosten.

Auf den Käse allerdings kam es an, denn ohne reichlich und üppige Käsebeigaben in gewürfelter und geriebener Form wäre nicht die unglaublich satt, dick und glücklich machende Geschmacks- und Kalorienintensität erreicht worden, die am Schluss das fertige Mahl auszeichnete! Das Ganze war eine einzige (Zeit-)Reise in die bewährte bürgerliche Küchentradition einer Epoche, die von Kosttrennung, Kalorien zählen, BMI und Health Food nichts kennt und nichts wissen will, dafür aber mit einem einzigen Teller jeden Bauarbeiter satt kriegen würde.

Als Chefköchin übernahm Frau Hermann die Regie über alle Schritte der Zubereitung, assistiert von Frau Richards am Käse und mir an Pfannen und Töpfen. Zwischendrin fand sie noch Zeit, der FSJlerin zu erklären, wie und womit ein solcher Nudelauflauf gemacht wird: eine wichtige lebenspraktische Unterweisung für die 17-Jährige, die gerade mit ihrem Freund zusammengezogen war und nun vor der Aufgabe steht, selber kochen (lernen) zu müssen.

Frau Hermann als äußerst kommunikative Person gibt gerne, freigiebig und ausführlich (gelegentlich zu ausführlich) ihre Erkenntnisse weiter; bei dieser Gelegenheit aber hatte sie eine dankbare Zuhörerin. Schließlich hatten wir die Nudeln gekocht, Hack und Zwiebeln gebraten, dies alles samt weiteren Zutaten in eine große Auflaufform aus Porzellan verfrachtet und schoben das ganze in den vorgeheizten Ofen.

Danke an die Person, die mich darauf hingewiesen hat, dass das Wort NUDELAUFLAUF….

… zweimal das Wort LAUF enthält.

Ich werde es nie wieder normal lesen können.“

– Unbekannt

Nach einer Dreiviertel Stunde war es soweit und es konnte serviert werden. Schnell stellten wir fest, dass wir mengenmäßig für zehn statt für fünf Leute gekocht hatten – so gewaltig war schon die Portion, die auf einen Teller passte. Das war eine gute Nachricht, denn einige Kollegen hatten bereits „vorbestellt“ bzw. wollten sich angesichts des heutigen Menüs auf jeden Fall eine Portion sichern.

Geschmacklich entsprach der Nudelauflauf zu 100% dem, was man sich vorstellt und erwartet und könnte so in jeder Dorfkneipe serviert werden, die „Gutbürgerliche Küche“ auf ihrer Schiefertafel vor dem Eingang stehen hat. Frau Hermann hatte selber noch für Gewürze wie Knoblauchsalz und andere gesorgt, die sie großzügig, aber nicht übertrieben angewendet hatte. Dadurch wuchs der Durst und der Wein floss in Strömen, bzw. die 0,75 Liter italienischer Rotwein gingen relativ flott weg.

Die Gäste bei Pasta-Wirtin Helga in der Osteria Diaconia

Frau Richard und Frau Steinfartz, die heute wieder dabei sein konnte, schienen den Wein besonders zu genießen. Als ich selber mir den Schluck Wein in meinem Glas mit Wasser verlängern wollte und Frau Richards dasselbe anbot, wies sie das Angebot fast indigniert zurück und ließ sich das Glas erneut mit Wein füllen: „Das macht so schön müde! Was meinst du, wie gut ich gleich Mittagsschlaf machen kann…“, kommentierte sie.

Frau Steinfartz war gesundheitlich immer noch sichtbar angeschlagen und musste zwischendurch zu einer Ausruhphase in ihr Zimmer gebracht werden. Bei. Essen war sie aber wieder dabei, probierte auch ein wenig und freute sich über die schöne, gemütliche Runde. Tatsächlich erinnerte das gesamte Ambiente, inklusive der „The Very Best of Italo Pop“-Playlist, heute an ein italienisches Restaurant; außerdem hatten wir das Glück, weitgehend für uns zu sein, da alle anderen Bewohner heute in der Cafeteria aßen. Zum Schluß sagte sie: „Das war wirklich schön! Am besten fand ich den Wein, den es dazu gab.“

Frau Steinfartz war gesundheitlich immer noch sichtbar angeschlagen und musste zwischendurch zu einer Ausruhphase in ihr Zimmer gebracht werden. Bei. Essen war sie aber wieder dabei, probierte auch ein wenig und freute sich über die schöne, gemütliche Runde. Tatsächlich erinnerte das gesamte Ambiente, inklusive der „The Very Best of Italo Pop“-Playlist, heute an ein italienisches Restaurant; außerdem hatten wir das Glück, weitgehend für uns zu sein, da alle anderen Bewohner heute in der Cafeteria aßen. Zum Schluß sagte sie: „Das war wirklich schön! Am besten fand ich den Wein, den es dazu gab.“

Schließlich trollten sich alle müde, satt und zufrieden (außer Herr Beyer, den es wohl – hoffentlich nicht aufgrund unseres heutigen Menüs – am Magen erwischt hatte und der sich deswegen vorzeitig auf sein Zimmer zurückzog). Vorher hatten wir uns noch auf ein „Interims-Menü“ für nächste Woche geeinigt, da alle anderen noch anstehenden Rezeptvorschläge (Schweinebraten, Grießbrei, Forelle, Labskaus)nicht passend schienen nur sieben Tage nach der gewaltigen Wucht des heutigen Nudelauflaufs. Dank einer neumodischen Erfindung namens „Internet“ konnten wir auf die Schnelle unter zahlreichen Fischrezepten eines finden, auf das wir uns alle einigen konnten: Dorsch mit Salzkartoffeln und Senfsauce!

Die maritime Ausrichtung der nächsten Kochrunde beruht auf einem Stoßseufzer von Herrn Beyer, der wohl mit dem Nudelauflauf nicht ganz auf seine kulinarischen Kosten gekommen zu sein meinte und ausrief: „Ich brauch mal FISCH!“

Alles in allem eine einfachere Veranstaltung als beim letzten Mal, wo wir viel mit den eingangs erwähnten Startschwierigkeiten zu kämpfen hatten. Diesmal lief alles glatt, außer dass es Gemecker seitens einiger Bewohner des gegenüberliegenden Wohnbereiches gab, weil der Geruch unserer Kochaktivitäten (nämlich der Zwiebeln und des Knoblauchs) zu ihnen ins Gedächtnistraining hinüberzog. Vielleicht war das aber bloß der blanke Neid, mit fettigen Reibekuchen vorlieb nehmen zu müssen, während wir in der Osteria Diaconia bei Pasta-Wirtin Helga schlemmten und zechten 😉

Riecht lecker, aber nicht für jeden: Zwiebeln und Knoblauch.